Nonnos von Panopolis

FWF-Projekt P21088-G20

Religion und Poesie in der Dichtung des Nonnos von Panopolis


Kurzfassung

Heiden und Christen in der Dichtung des Nonnos von Panopolis

Nonnos von Panopolis (Akhmim) in Ägypten schrieb um 500 n. Chr., 1300 Jahre nach Homer, das letzte antike griechische Epos: Dionysiaka (Geschichten von Dionysos) und ein Bibelgedicht: eine Versfassung des Johannes-Evangeliums. Die Dionysiaka beschreiben in einer phantastischen Aufmachung und einer ebenso plakativen Sprache in turbulent ausgestalteten Einzelszenen den Eroberungszug des Dionysos und die Verbreitung des Weinstocks und der Weinerzeugung von Indien über Kleinasien nach Griechenland. Nichts kann den Gott und seine Anhänger aufhalten: Deriades, König der Inder besiegt von Dionysos, Lykurg, König der Thraker besiegt von Dionysos, Pentheus, König von Theben besiegt von Dionysos. Am Schluss der Dichtung steht der Einzug des Gottes in Athen, dem Zentrum der alten Welt:der Sieg des Gottes ist vollkommen! Wer war das Zielpublikum der Dichtung?Gebildete Heiden und Christen, die sich in den griechischen Städten des spätrömischen Reiches mit Athen als Repräsentantin des klassischen, alten Griechentums identifizierten. In literarischen Klubs beschäftigte man sich mit der über 1000 Jahre zurückliegenden, alten, klassischen griechischen Literatur. Nonnos erfüllt die Erwartungen nach alten Geschichten. Die Umdichtung (Paraphrase) des Johannesevangeliums zeigt: Der Erlösergott der Christen hat dasselbe Potential wie der Erlösergott der Heiden!

Abstract
Bibliographie
Forschungsbericht